Donnerstag, 3. März 2016
Interviews Zoomania Teil 1 - Rüdiger Hoffmann
Rüdiger Hoffmann ist einer der etabliertesten Comedians in Deutschland. In Zoomania spricht er das Faultier Flash. Diese Nebenrolle ist seine erste öffentlichkeitswirksame Synchronarbeit.
War die Vorbereitung auf diese Rolle sehr zeitaufwändig?
Überhaupt nicht. Was ich allerdings feststellen konnte, war, dass Flash nicht unbedingt ein langsamer Redner ist, sondern nur sehr lange Pausen zwischen den einzelnen Wörtern lässt. Somit waren in der Vorbereitung Timing und Ausdruck besonders wichtig. Ebenso wurde sehr auf die Melodiebögen in der Synchronisation geachtet. Doch letztenendes war nach 2 Stunden alles im Kasten.
Hast Du denn auf deutschen Ämtern ähnlich frustrierende Erfahrungen gemacht, wie sie Judy und
Nick jetzt in Zoomania widerfahren?
Das Nummer ziehen und warten ist schon etwas nervig, aber generell eher weniger. Nichts zu tun ist auch wesentlich stressiger, als vernünftig zu arbeiten.
Wann bist Du denn mal so richtig unter Stress?
Das kommt ehrlich gesagt sehr selten vor. Maximal, wenn am Flughafen etwas mit meiner Buchung nicht richtig läuft und man selbst oder seine Familie Gefahr läuft, nicht mit in das Flugzeug zu kommen. Da schnellt mein Puls dann doch in die Höhe, weil man so hilflos ist.
Gab es in der Vergangenheit bereits Rollen in Animationsfilmen, die Du gern synchronisiert hättest?
Nein, daran hatte ich noch nie gedacht. Umso überraschter war ich, dass mich Disney offenbar einstimmig als Synchronsprecher für diese Rolle wollte.
Gab es denn eine besondere Herausforderung in der Synchronarbeit im Gegensatz zum sprechen in einer Halle vor vielen Leuten?
Ja, das Einsprechen für den Film ist viel präziser, auf der Bühne kann ich eher reden, wie ich will. Bei der Studioarbeit muss ich auch verstärkt auf das Vermeiden von Geräuschen und Bewegungen achten – die wären allesamt später zu hören gewesen.
Würdest Du gern öfter als Synchronsprecher arbeiten?
Live aufzutreten bleibt meine Haupttätigkeit. Mit meinem neuen Programm – 'Ich hab's ja nur gut gemeint' – bin ich jetzt auch wieder zwei Jahre auf Tour. Aber gerade, weil die Synchronisierung so abwechslungsreich ist, würde ich das in Zukunft auch gerne häufiger machen. Selbst von den Disney-Verantwortlichen wurden mir viele Sprechrollen in Aussicht gestellt und Flash erfreut sich einer großen Beliebtheit, sodass ich mir beispielsweise ein Spin-Off mit ihm vorstellen könnte. Trotzdem brauche ich eigentlich das Publikum.
Reagiert das denn überall gleich?
Prinzipiell ja. Allerdings gibt es einige kleine, regionale Unterschiede. In Baden-Württemberg zum Beispiel sind die Leute sehr enthusiastisch, wohingegen die Leute in meiner Heimat Ostwestfalen teilweise zurückhaltender reagieren. Die sind ja wirklich so wie ich. Generell bin ich aber einfach zufrieden nach mittlerweile 30 Jahren immer noch in ausverkauften Häusern spielen zu können.
Fehlt dem deutschen Fernsehen der Quatsch Comedy Club?
Auf jeden Fall. Ich würde selbst auch gern wieder eine solche Sendung machen. Allerdings mit einer guten Mischung aus Comedians und Kabarettisten. Einen Sender zu finden, der an so etwas Interesse hat, ist aber sehr schwierig. Ich habe das Gefühl, dass so ein Konzept gerade nicht angesagt genug ist. Ich liebe aber humoristische Wortbeiträge im Fernsehen am meisten.
Wären für diese Idee Netflix oder Amazon Prime eine Möglichkeit zur Produktion?
Ja, absolut. Daran dachten wir auch schon. Das Internet gewährt einem schließlich die Freiheit, die das Fernsehen nicht bietet. Wenn überhaupt kämen für mich auch nur dritte Programme in Frage. Der Quotendruck der privaten Sender wäre mir nur im Weg. Das Publikum kleinerer Sender würde eine solche Sendung dann auch wesentlich bewusster schauen.
Hat das klassische Kabarett denn noch eine Chance?
Natürlich. Ich bin auch mit meiner Art vor 30 Jahren als Kabarettist aufgetreten. Für diese Art des Kabaretts gab es in den Achtzigern allerdings noch kein Wort. Ich habe mich dann selbst als Alltagstypenkabarettist bezeichnet. Mit RTL Samstag Nacht kam dann der Begriff Comedy für eine Sache nach Deutschland, die ich zu diesem Zeitpunkt schon 5 Jahre gemacht hatte. Somit war ich schlagartig ein Comedian der ersten Stunde. Und trotzdem hat sich das Kabarett bis heute gehalten. Besonders das politische Kabarett ist ja im Fernsehen zur Zeit äußerst beliebt. Der typisch deutschen Unart allerdings, zwischen dem „wichtigen“ Humor – dem Kabarett - und dem „unwichtigen“ Humor – der Comedy – zu unterscheiden, würde ich mit meiner Show gern entgegenwirken.
Fuchs und Hase
Zoomania
Das Kernelement eines jeden Buddy-Movies ist das ungleiche Paar. Zwei Menschen, die aus verschiedenen Kulturkreisen kommen (Rush Hour, The Guard – Ein Ire sieht schwarz), durch großen Altersunterschied getrennt sind (Lethal Weapon, Men in Black), oder eine generell unterschiedliche Lebensauffassung haben (Bad Boys, Hot Fuzz) müssen, zumeist verpackt in eine Actionkomödie, einen Kriminalfall lösen. Nun hat sich Disney dieses klassisch-amerikanischen Genres angenommen und bringt uns das Animationsabenteuer Zoomania in die Kinos. Das Protagonisten-Paar wird hier durch die Häsin Judy und den Fuchs Nick verkörpert, die sich in einer von anamorphen (menschenähnlichen) Tieren bevölkerten Welt einer weitreichenden Verschwörung entgegenstellen müssen. Die Vorzeigepolizistin und der Kleinkriminelle folgen den Gesetzen der Filmgattung und überwinden eigene Vorurteile , um einer größeren Sache zu dienen. Das Aushängeschild des Mäusekonzerns sind seit jeher seine fantasievoll entworfenen Welten. Und so punktet auch Zoomania mit großartigen Animation, die mit viel Detailreichtum die artspezifischen Gegebenheiten der Tiere mit einer modernen Stadt in Einklang bringen. Architektur, Klima – alles ist dem Lebensraum der jeweiligen Spezies nachempfunden, dazu wird besonderen Wert auf die Größenunterschiede der Tiere gelegt, die, für einen Trickfilm äußerst ungewöhnlich, absolut realistisch dargestellt werden. Von Savannenlandschaften über Regenwälder bis hin zum Nagetierdistrikt – Zoomania ist mit viel Hingabe bei der Sache. Inhaltlich wird eine klassische Kriminalgeschichte erzählt, die für Disneyverhältnisse (besonders im Vergleich zur flachen Storyline des letztjährigen Baymax) erstaunlich vielschichtig ist, für die kleinen Zuschauer allerdings etwas überfordernd wirken könnte. Für das erwachsene Publikum gibt es dafür mit vielen skurrilen Nebencharakteren zahlreiche Anspielungen auf die Filmgeschichte zu entdecken. Figuren, Namen, Kamerafahrten und Dialoge sind teilweise in Gänze aus Filmen wie Speed und Der Pate, sowie aus Serien wie Breaking Bad (die Mitarbeiter eines Chemielabors nennen sich Walter und Jesse) entnommen. Das zentrale Thema, und somit auch der Teil der dem Bildungsauftrag eines Kinderfilms am nächsten kommt, ist die Überwindung von Vorurteilen und die Gleichheit aller Rassen. Dies ist glücklicherweise nicht mit dem Holzhammer umgesetzt wurden, sondern entsteht selbstverständlich aus der Geschichte und den handelnden Figuren. Zoomania punktet des Weiteren sowohl mit einer sehr hohen Gagdichte, als auch mit stimmigen emotionalen Szenen. Allein der penetrante Einsatz des Titelsongs des kolumbianischen Superstars Shakira und deren Auftritte im Film, wirken recht deplatziert. Alles in Allem hat mich der Film aus der Feder des Pocahontas-Schöpfers Byron Howard und der Pixar-Legende John Lasseter (ausführender Produzent) auf allen Ebenen sehr positiv überrascht.
8/10
Für Fans von: Baymax, Bolt – ein Hund für alle Fälle
Für alle Klassen
Das Tagebuch der Anne Frank
Die 2016er Verfilmung des Tagebuchs der Anne Frank ist nunmehr die vierte internationale Kinoauswertung des Stoffes. Dazu kommen mehrere Fernsehadaptionen, ein japanischer Anime sowie zahllose Dokumentationen, die sich mit dem Schicksal der jüdischen Familie beschäftigen. Der nun vorliegende Streifen ist allerdings die erste deutsche Produktion, realisiert von Hans Steinbichler in Kooperation mit dem Anne Frank Fonds, dem internationalen Rechteverwerter und Alleinerbe, gegründet von Anne Franks Vater Otto . Einer solch global bekannten und einflussreichen Vorlage neue Facetten abzugewinnen ist dementsprechend schwierig. Und auch wenn Das Tagebuch der Anne Frank kein vollkommener Film ist, so überzeugt er zumindest in seiner kompletten Subjektivierung. Allein Anne ist es, durch die der Zuschauer einen Einblick in die zweijährige Isolation im berühmten Hinterhaus der Amsterdamer Prinsengracht 263 gewährt bekommt. Anne beherrscht nahezu jede Szene, die präzise Kameraarbeit verdeutlicht dabei die Eigenschaften des Teenagers, eine detaillierte Beobachterin zu sein. Zusätzlich lässt Steinbichler seine Protagonistin besonders aussagekräftige Passagen ihres Tagebuchs direkt in die Kamera sprechen. Mit Nachwuchsstar Lea van Acken ist die vielschichtige Rolle auch ideal besetzt. Generell kann dem Cast, dessen bekannteste Mitglieder Martina Gedeck und Ulrich Noethen sind (sie spielen Annes Eltern), kein Vorwurf gemacht werden. Dazu gefällt Das Tagebuch der Anne Frank durch seinen Look, der stark von einem feinen Gefühl für Licht und Farben geprägt ist. Das Kammerspiel verliert dadurch viel von seiner Trägheit. Dem entgegen wirkt allerdings das Passing des Films. Besonders im dritten Viertel, als alle Konflikte auserzählt sind und die Spannung ob des bekannten Ausgangs der Geschichte bereits nachlässt, spürt man die 128 Minuten Lauflänge des Films deutlich. Eine präzise Charakterstudie in historischen Kontext lässt sich unterhaltsam auch in deutlich unter zwei Stunden inszenieren. Was einige Szenen zusätzlich unangenehm erscheinen lässt, ist die unablässige, melodramatische Musikuntermalung. Der bedrückende Score lenkt die Emotionen der Zuschauer aufdringlich in die gewünschte Richtung und lässt keinen Raum zur Reflexion. Ein weiterer Schwachpunkt des Streifens ist dessen Ende. Mit der Entscheidung auch die Zeit der Franks im KZ Auschwitz in den Film zu integrieren, wird dem Geschehen auch hier seine Brisanz genommen, die sonst im Kopf des Zuschauers entstünde. Während die Besatzung der Niederlande durch die Nazis im kompletten sonstigen Filmverlauf nur die grausige Hintergrundmusik für die Charakterisierung einer jungen Frau ist, entfernt sich Das Tagebuch der Anne Frank in den letzten Zügen von dieser eigentlich gelungenen Erzählweise, die dem Originalstoff auch am nächsten kommen würde. So bleibt eine toll ausgestattete und gespielte Literaturverfilmung, die zu offensichtlich Bildungsfernsehen sein möchte.
6/10
Für Fans von: Sophie Scholl – Die letzten Tage, Der Pianist, Das Leben ist schön
Ich bin unschuldig
El Clan
Zwischen 1976 und 1985 stand Argentinien unter der Herrschaft einer Militärdiktatur. Besonderes internationales Augenmerk wurde in dieser Zeit dem Falklandkrieg und dem verordneten Staatsterror zuteil, im Zuge dessen schätzungsweise 30000 Menschen spurlos verschwunden. Das Schicksal dieser sogenannten Desaparecidos ist bis heute vielfach nicht aufgeklärt. El Clan beschäftigt sich nun mit der Puccio-Familie, die im Argentinien der frühen 80er Jahre mit Entführungen und Morden ein einträgliches Geschäft leitet, während der Schein des Ehrenwerten in ihrer Nachbarschaft aufrecht gehalten wurde. In angenehm kurzweiligen 108 Minuten ist El Clan permanent überraschend. Einem europäischen Publikum ist die Geschichte der Puccios weitgehend unbekannt, daher kann schon die Ausgangssituation, um den brutalen Gegensatz von Familien- sowie Sozialleben und dem gewalttätigen Gangsterdasein, mit mehreren doppelten Böden aufwarten. Dazu überrascht Regisseur Pablo Trapero auch inszenatorisch mit viel schwarzem Humor und einem abgedrehten Soundtrack, der mit Acts wie Creedance Clearwater Revival und The Kinks das makabere Geschehen gewitzt konterkariert. So wird die von unterschwellig zu vordergründig und zurück wechselnde Spannung konsequent aufrecht gehalten. Besonderes Augenzwinkern legen die Filmemacher immer dann an den Tag, wenn es um die Verknüpfung von Staat und organisierter Kriminalität geht. Die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche im Argentinien der 80er Jahre sind von zentraler Bedeutung in El Clan (die filmische Umsetzung dank Originalmaterial aus jener Zeit äußerst eindrucksvoll) und trugen mit Sicherheit ihren Teil dazu bei, dass der Film zum erfolgreichsten jemals in den argentinischen Kinos laufende Streifen überhaupt wurde. Neben dem Erfolg in der Heimat konnte El Clan auch mit dem Gewinn des silbernen Löwens bei den Filmfestspielen von Venedig 2015 international auf sich aufmerksam machen. Für die Produzenten rund um Regielegende Pedro Almodóvar war dies nach Wild Tales ein weiterer globaler Hit. Die packendste Figur des Films ist zweifellos Familienpatriarch Arquimedes. Guilliermo Francella, der eigentlich für Slapstick und Comedy bekannt ist, verkörpert die verschiedenen Facetten des Oberhaupts, egal ob als Familienmensch, als Gangsterboss, oder als Mischung aus beidem, gleichsam glaubhaft. Sein mitleiderregendes Festklammern an die Vergangenheit macht Arquimedes in Verbindung mit dem glaubhaften Schauspiel zu mehr als einem hassenswerten Opportunisten. Als Mann, der den demokratischen Aufbruch seines Landes 1985-87 , ebenso wie den persönlichen Aufbruch seiner nun erwachsenen Kinder als persönlichen Affront begreift, bleibt Arquimedes bis zu seinem Lebensende zu einem gewissen Teil bedauernswert. Diese charakteristische Gratwanderung gelingt El Clan ganz hervorragend. Er ist somit in jeder Hinsicht ein bemerkenswerter Film.
8/10
Für Fans von: Die Mafia mordet nur im Sommer, Wild Tales,
Montag, 29. Februar 2016
Oscarrückblick
Oscarrückblick
Die Gewinner:
Bester
Film: "Spotlight
Darsteller: Leonardo DiCaprio, "The Revenant"
Darstellerin: Brie Larson, "Raum"
Nebendarsteller: Mark Rylance, "Bridge of Spies"
Nebendarstellerin: Alicia Vikander, "The Danish Girl"
Regie: Alejandro González Iñárritu, "The Revenant"
Originaldrehbuch: Josh Singer und Tom McCarthy, "Spotlight"
Adaptiertes Drehbuch: Charles Randolph und Adam McKay, "The Big Short"
Animationsfilm: "Alles steht Kopf"
Fremdsprachiger
Film: "Son of Saul", Ungarn
Kamera: Emmanuel Lubezki, "The Revenant"
Schnitt: Margaret Sixel, "Mad Max: Fury Road"
Ausstattung: Colin Gibson und Lisa Thompson, "Mad Max: Fury Road"
Kostüme: Jenny Beavan, "Mad Max: Fury Road"
Makeup und Hairstyling: Lesley Vanderwalt, Elka Wardega und Damian Martin, "Mad Max: Fury
Road"
Musik: Ennio Morricone, "The Hateful 8"
Filmsong: "Writing's on the Wall" von Sam Smith und James Napier, "Spectre"
Ton: Chris Jenkins, Gregg Rudloff und Ben Osmo, "Mad Max: Fury Road"
Tonschnitt: Mark A. Mangini und David White, "Mad Max: Fury Road"
Visuelle Effekte: Andrew Whitehurst, Paul Norris, Mark Williams Ardington und Sara Bennett, "Ex Machina"
Dokumentarfilm: "Amy"
Kurz-Dokumentation: "A Girl in the River: The Price of Forgiveness"
Animations-Kurzfilm: "Bear Story" (Chile)
Kurzfilm: "Stutterer"
Die 88. Academy Awards wurden
vergeben. Leo hat seinen Oscar, Spotlight ist bester Film geworden
und die Show war unterhaltsam wie lang nicht mehr und politisch wie
nie.
Viel wurde um die Rolle von Chris Rock
als Moderator der Zeremonie gerätselt. Er widerstand jedoch der
Versuchung, den Kollegen Will Smith und Spike Lee zu folgen und die
Oscars zu boykottieren. Stattdessen nutzte er die Gunst der Stunde um
kräftig gegen den weißen Altherrenclub namens Academy auszuteilen.
Rock sprach beißend und einfühlsam, witzig und wahrhaftig und
appellierte am Ende an die Verantwortlichen in Hollywood, allen
Schwarzen mehr Chancen einzuräumen. Der Vergleich der Rollen, die
DiCaprio Jahr für Jahr angeboten bekommt mit denen, die schwarze
Oscargewinner wie Forest Whitaker oder Jamie Foxx heute spielen, traf
den Kern der #oscarssowhite-Thematik präzise. Rock ließ auch
während sämtlicher anderer Moderationen nicht locker. Zwei
Einspieler seien an dieser Stelle diesbezüglich genannt. Zum ersten
wurden Schlüsselszenen der nominierten Filme mit schwarzen Comedians
wie Whoopi Goldberg nachgespielt, zum anderen wurde ein Interview aus
Compton, dem titelgebenden Vorort Los Angeles' für den von der
Academy übergangenen Straight outta Compton gezeigt, in dem deutlich
wurde, dass die vorwiegend schwarze Bevölkerung selbstverständlich
genau diesen Streifen sah, aber keinen der acht als besten Film
nominierten. Der Nachhall im Dolby Theatre und den sozialen Medien
war gewaltig. Kaum erwähnenswert, dass Straight outta Compton seine
einzige Oscarnominierung nicht in einen Preis umwandeln konnte.
Gleiches gilt auch für Creed.
Zwei andere nominierte Songs sorgten allerdings für Unstimmigkeiten. Dem transsexuellen Engländer Anhoni wurde keine Einladung ausgesprochen sein Stück Manta Ray aus dem Film Racing Extinction live zu performen. Dem späteren Gewinner Sam Smith (Writing's on the wall aus Spectre) wurde diese Ehre zwar zuteil, seine Dankesrede sorgte allerdings für einen Eklat, da Smith sich als erster offen Homosexueller Oscargewinner bezeichnete. Um diesen klaren Fehler zu erkennen, hätte der Brite nur in seiner eigenen Kategorie stöbern müssen. Elton John gewann bereits 1995 für Can you feel the love tonight (König der Löwen), Glen Hansard 2008 für Falling Slowly (Once) einen Oscar für den besten Song. Beide sind offen homosexuell. In diesem Zusammenhang wirkte dann auch Smith' Ansprachen zur Stärkung der LGBT-Gemeinde unpassend.
Presie wurden auch noch vergeben. Der Gewinner des Abends mit 6 Oscars war klar Mad Max: Fury Road. Die sogenannten großen Preise machten allerdings andere unter sich aus. Die Gewinner in den Schauspielkategorien, für beste Regie und die Drehbücher bargen allesamt keine große Überraschung. Lediglich Mark Rylance als bester Nebendarsteller war rund um Sylvester Stallones Buzz etwas ins Hintertreffen geraten, erhielt den Preis aber ebenso verdient. Mit Spotlight und The Revenant die beiden einflussreichsten Werke der Saison als beste Filme bzw. am besten gedrehte Filme auszuzeichnen, halte ich für eine gerechte Entscheidung. Ein emotionaler Höhepunkt war der erste Oscar für den legendärsten lebenden Filmkomponisten Ennio Morricone im Alter von 88 Jahren. Die größte Überraschung des Abends war allerdings der Triumph von Ex Machina in der Kategorie beste visuelle Effekte. Auch wenn der Streifen deutlich mehr Aufmerksamkeit seitens der Academy verdient gehabt hätte, so ist dieser Oscar ein wichtiges Zeichen für klein budgetierte Independent-Filme und mehr als verdient.
Hinsichtlich der weiten Streuung der Preise (wie im vergangenen Jahr wurden 16 verschiedene Filme ausgezeichnet) und der angestoßenen Debatte, die den Begriff der Diversität in den nächsten Jahrzehnten in Hollywood hoffentlich mit Inhalt füllen wird, verdient die 88. Oscarverleihung die abschließenden Worte, mit denen Michael Keaton auf die Bühne stürmte, um sich als Ensemblechef für Spotlight feiern zu lassen:
Fuck Yeah!
Sonntag, 28. Februar 2016
Watergate in Boston
Spotlight
Viele Filme haben seit 1976 versucht
sich als Erben von Alan J. Pakulas Die Unbestechlichen zu
platzieren. Die Mutter aller Enthüllungsjournalismusgeschichten
bleibt allerdings bis heute unerreicht. Auch Spotlight wird daran
nichts ändern, der Kultfaktor von Die Unbestechlichen ist einfach
zu groß. Doch wenn es ein Film schafft, legitimer Nachfolger der
Erzählung um Bob Woodward und Carl Bernstein, dann Spotlight. Tom
McCarthys Drama umgeht den Fehler, sensationslüstern und
effekthascherisch vom Missbrauch katholischer Priester zu erzählen.
Stattdessen rückt er vier Reporter in den Mittelpunkt des Streifens
und erzeugt durch feine Beobachtungen, punktierte Dialoge und
außergewöhnliche Schauspieler zugleich ein Psychogramm der
amerikanischen Ostküstenstadt Boston sowie eine Hommage an den Wert
der Printmedien und ihrer Unterstützer. Regisseur McCarthy und sein
Drehbuchautor Josh Singer konnten sich bereits über viele
Filmpreise freuen und werden wahrscheinlich auch noch einige Trophäen
mehr einsammeln können. Durch die Konzentration auf die vier
Protagonisten erlebt der Zuschauer die emotionalen Auswirkungen des
Missbrauchsskandals deutlich realitätsnaher und nachvollziehbarer,
als es der Fall gewesen wäre, wenn Spotlight die großen Mengen an
Namen, Fakten und Ereignissen ungefiltert ausgegeben hätte. In
Kombination mit den brillianten Akteuren rund um Michael Keaton,
Rachel McAdams, Mark Ruffalo, Liev Schreiber und Stanley Tucci
entsteht so großes und eindrucksvolles Kino ohne große und
eindrucksvolle Mittel. Einen der Schauspieler besonders
hervorzuheben, würde der Errungenschaft des gesamten Casts auch
Unrecht tun. Drehbuchbedingt kommt Mark Ruffalo allerdings der
zentrale, emotionsgeladene Part zu Gute, der sich bei mir besonders
einbrannte. McCarthys Inszenierung ist angemessen zurückhaltend.
Seine Story ist fesselnd genug, technische Spielereien wären fehl
am Platz. Für eine elegante Kameraarbeit und einen präzisen
Schnitt findet der Amerikaner dennoch Platz, weshalb Spotlight, der
hauptsächlich in der Beengtheit von Archiven, Büros und
Konferenzräumen spielt, auch optisch hervorragend gelungen ist.
Dazu beweisen die Filmemacher bei der zeitgeschichtlichen Komponente
ihrer Geschichte viel Feingefühl, wenn sie die Ereignisse rund um
9/11 (Spotlight ist im Jahre 2001 angesiedelt) absolut organisch und
schockierend ehrlich ins Geschehen eingliedern. Ebenso vielschichtig
gelang auch das Portrait der katholischen Kirche. Die Gemeinden sind
bis heute ein zentraler Aspekt des öffentlichen Lebens in Boston,
die Reporter zum Großteil Söhne und Töchter ihrer gläubigen
Stadt. Der Einfluss der Kleriker hinter den Kulissen wird dadurch
zugleich verständlich und bedrohlich. Fans pathosreicher
Kriminalgeschichten sind in Spotlight sicher falsch aufgehoben.
McCarthys Blick auf die Errungenschaften des klassischen Journalismus
richtet sich definitiv an Freunde des vielschichtigen Erzählens und
der starken Charakterbildung. Wer dies mag, wird 128 Minuten lang
einer perfekt getimten aber unaufgeregten Sogwirkung ausgesetzt, die
er so schnell nicht wieder vergisst.
9/10
Für Fans von: Die Unbestechlichen,
Zodiac, State of Play
Freitag, 26. Februar 2016
Oscarvorhersage
Oscarvorhersage 2016
Am 28.2. werden im Dolby Theatre in Los Angeles zum 88. Mal die Academy Awards verliehen. Der Hashtag #oscarssowhite bestimmte die Meldungen zu diesem Thema in den letzten Wochen, einige Entscheidungen der Oscarwähler auf den Nominierungslisten sind auch unabhängig von Herkunft und Hautfarbe bedenklich. Und dennoch verspreche ich mir eine unterhaltsame Nacht, die natürlich nicht den Einfluss ausübt, den sie gern hätte, für lustige Gedankenspiele aber allemal einlädt.
Auch in diesem Jahr habe ich keine Vorauswahl für Kurz- und Dokumentarfilme getroffen. Außerdem musste ich leider auch die besten fremdsprachigen Filme auslassen, da erst ein einziger in Deutschland zu sehen war.
Bester Animationsfilm
Nominierungen:
Anomalisa
Der Junge und die Welt
Alles steht Kopf
Shaun das Schaf
Erinnerungen an Marnie
Für das Stop-Motion-Verfahren an sich sind die Nominierungen von Shaun das Schaf und Anomalisa schon große Erfolge. Auch dem (vermeintlich) letzten Film der legendären japanischen Ghili-Studios, Erinnerungen an Marnie, eine Nominierung zukommen zu lassen, hat seine Richtigkeit. An Alles steht Kopf wird aber kein anderer Film vorbeikommen. Ist meiner Meinung nach auch richtig so.
Sollte gewinnen: Alles steht Kopf
Wird gewinnen: Alles steht Kopf
Beste visuelle Effekte
Bester Ton
Bester Tonschnitt
Bester Schnitt
Bestes Make-up und beste Frisuren
Bester Song
Beste Filmmusik
Bestes Kostümdesign
Bestes Szenenbild
Beste Kamera
Bestes adaptiertes Drehbuch
Beste Nebendarstellerin
Bester Nebendarsteller
Beste Hauptdarstellerin
Nominierungen:
Bester Hauptdarsteller
Beste Regie
Bester Film
Am 28.2. werden im Dolby Theatre in Los Angeles zum 88. Mal die Academy Awards verliehen. Der Hashtag #oscarssowhite bestimmte die Meldungen zu diesem Thema in den letzten Wochen, einige Entscheidungen der Oscarwähler auf den Nominierungslisten sind auch unabhängig von Herkunft und Hautfarbe bedenklich. Und dennoch verspreche ich mir eine unterhaltsame Nacht, die natürlich nicht den Einfluss ausübt, den sie gern hätte, für lustige Gedankenspiele aber allemal einlädt.
Auch in diesem Jahr habe ich keine Vorauswahl für Kurz- und Dokumentarfilme getroffen. Außerdem musste ich leider auch die besten fremdsprachigen Filme auslassen, da erst ein einziger in Deutschland zu sehen war.
Bester Animationsfilm
Nominierungen:
Anomalisa
Der Junge und die Welt
Alles steht Kopf
Shaun das Schaf
Erinnerungen an Marnie
Für das Stop-Motion-Verfahren an sich sind die Nominierungen von Shaun das Schaf und Anomalisa schon große Erfolge. Auch dem (vermeintlich) letzten Film der legendären japanischen Ghili-Studios, Erinnerungen an Marnie, eine Nominierung zukommen zu lassen, hat seine Richtigkeit. An Alles steht Kopf wird aber kein anderer Film vorbeikommen. Ist meiner Meinung nach auch richtig so.
Sollte gewinnen: Alles steht Kopf
Wird gewinnen: Alles steht Kopf
Beste visuelle Effekte
Nominierungen:
Ex Machina
Der Marsianer
Mad Max: Fury Road
The Revenant
Star Wars: Das Erwachen der Macht
Alle fünf Nominierten waren optische
sehr eindrucksvolle Filme, doch hinterließ Star Wars mit der
höchsten Konzentration auf digitale Effekte den größten Eindruck.
Alle bisherigen Preisverleihungen sahen das ähnlich.
Sollte gewinnen: Star Wars – Das
Erwachen der Macht
Wird gewinnen: Star Wars – Das
Erwachen der Macht
Nominierungen:
Bridge of Spies
The Revenant
Der Marsianer
Mad Max: Fury Road
Star Wars – Das Erwachen der Macht
Nominierungen:
Sicario
The Revenant
Der Marsianer
Mad Max: Fury Road
Star Wars – Das Erwachen der Macht
Beide Kategorien gehen für gewöhnlich
an den selben Film. Dies schlägt sich auch in den Nominierungen
wieder (in welcher Art sich Sicario und Bridge of Spies diesbezüglich
unterscheiden, erschließt sich mir nicht). Da ich denke, die Academy
wird Mad Max: Fury Road Gewinne in den großen Kategorien
vorenthalten, wird wohl die technische Leistung des Stabs in Ton und
Tonschnitt gewürdigt werden, was definitiv verdient wäre.
Sollte gewinnen: Mad Max: Fury Road
Wird gewinnen: Mad Max: Fury Road
Nominierungen:
The Revenant
Spotlight
Star Wars: Das Erwachen der Macht
Mad Max: Fury Road
The Big Short
Ich denke, die Academy wird hier der
Einheit in den Auszeichnungen in technischen Kategorien treu bleiben
und Mad Max: Fury Road aden Oscar zukommen lassen. Den tatsächlich
besten Schnitt lieferte meiner Meinung nach aber definitiv Hank
Corwin in The Big Short ab. In einem großartigen Film waren die
spektakulär geschnittenen Szenen das absolute Highlight.
Sollte gewinnen: The Big Short
Wird gewinnen: Mad Max: Fury Road
Nominierungen:
Mad Max: Fury Road
The Revenant
Der Hundertjährige, der aus dem
Fenster stieg und verschwand
Mad Max: Fury Road. Keine Frage. Wer
den Film sah, wird diese Unausweichlichkeit nachvollziehen können.
Sollte gewinnen: Mad Max: Fury Road
Wird gewinnen: Mad Max: Fury Road
Nominierungen:
Earned it – Fifty Shades of Grey
Manta Ray – Racing Extinction
Simple Song #3 – Ewige Jugend
Til it happens to you – The Hunting
Ground
Writings on the Wall - Spectre
Earned it ist melodieloser,
einschläfernder R&B-Mainstream, Manta Ray eine klassische
Klavierballade. Simple Song #3 ist ein einfach großartig-ergreifendes
Opernwerk (Ewige Jugend hätte definitiv mehr Aufmerksamkeit bei
dieser Oscarverleihung verdient gehabt), Til it happens to you der
einzige Rocksong der Nominierten. Er wird ein ordentlicher Gewinner
werden. Writings on the Wall hat zu schlechtes Feedback in den
letzten Monaten bekommen, ist aber mein uneingeschränkter Favorit.
Sollte gewinnen: Writings on the Wall
Wird gewinnen: Til it happens to you
Nominierungen:
Ennio Morricone – The Hateful Eight
Thomas Newman – Bridge of Spies
Jóhann Jóhannson – Sicario
John Willimas – Star Wars: Das
Erwachen der Macht
Carter Burwell – Carol
Bis auf Thomas Newman hätten für
mich alle anderen den Oscar verdient. Stephen Rennicks hätte nach
meinem Dafürhalten noch eine Nominierung für Raum verdient. Ennio
Morricone gilt als absoluter Favorit, doch ich würde mich anders
entscheiden:
Sollte gewinnen: Jóhann Jóhannson –
Sicario
Wird gewinnen: Ennio Morricone – The
Hateful Eight
Nominierungen:
Paco Delgado - The Danish Girl
Jacqueline West – The Revenant
Sandy Powell – Carol
Sandy Powell – Cinderella
Jenny Beavan – Mad Max: Fury Road
Carol wird trotz seiner Genialität
wohl in keiner anderen Kategorie eine realistischere Chance auf einen
Oscar haben, als in dieser. Ich würde es dem Film in jedem Fall
wünschen. Als einziger wirklicher Kostümfilm ist natürlich auch
Cinderella nicht zu unterschätzen. Und Mad Max: Fury Road ist in
allen vorrangig optischen Kategorien Mitfavorit. Eine völlig offene
Entscheidung.
Sollte gewinnen: Sandy Powell –
Carol
Wird gewinnen: Jenny Beavan – Mad
Max: Fury Road
Nominierungen:
Bridge of Spies
Mad Max: Fury Road
The Danish Girl
The Martian
The Revenant
Siehe Make-Up. Klare Sache. Erinnert
ihr euch an die Gitarre?
Sollte gewinnen: Mad Max: Fury Road
Wird gewinnen: Mad Max: Fury Road
Nominierungen:
Roger Deakins – Sicario
Emmanuel Lubezki – The Revenant
Ed Lachman – Carol
Robert Richardson – The Hateful
Eight
John Seale – Mad Max: Fury Road
Deakins sollte für seine flimmernde
Digitalfotografie gewinnen, Lachman für sein Talent, miut der Kamera
Geschichten zu erzählen, Richardson für alles, was er in 70mm
erreicht hat und Seale für die Übersicht, die er dem Zuschauer im
Wahnsinn von Mad Max: Fury Road schenkte. Doch die Academy wird sich
wohl für die offensichtlichste Wahl entscheiden und Lubezki als
ersten Menschen dreimal am Stück für die beste Kamera auszeichnen.
Das finde ich in der Kategorie mit der höchsten Qualitätsdichte
etwas schade. Mein Favorit steht allerdings auch schon lange fest.
Sollte gewinnen: Roger Deakins –
Sicario
Wird gewinnen: Emmanuel Lubezki –
The Revenant
Bestes Originaldrehbuch
Nominierungen:
Bridge of Spies
Alles steht Kopf
Ex Machina
Straight outta Compton
Spotlight
Am Gewinn von Spotlight sollte es
keinen Zweifel geben. Ich freue mich über die Nominierungen für Ex
Machina und Alles steht Kopf, die beide Überraschendes leisteten,
aber die phänomenal erzählte Geschichte aus Spotlight nicht toppen
sollten. Einzig wirklich Konkurrenz hätte nur von Drehbüchern
kommen können, die nicht nominiert wurden. So ist das Ignorieren von
The Hateful Eight und vor allem Steve Jobs eine ziemliche Blamage für
die Academy.
Sollte gewinnen: Spotlight
Wird gewinnen: Spotlight
Nominierungen:
Carol
The Big Short
Raum
Brooklyn
Der Marsianer
Eine mittelmäßig besetzte Kategorie,
in der für mich der klare Favorit feststeht.
Die Academy wird
es wohl genauso sehen.
Sollte gewinnen: The Big Short
Wird gewinnen: The Big Short
Nominierungen:
Rachel McAdams – Spotlight
Jennifer Jason Leigh – The Hateful
Eight
Alicia Vikander – The Danish Girl
Rooney Mara – Carol
Kate Winslet – Steve Jobs
Da es die Verantwortlichen schafften
zwei astreine Hauptrollen in diese Kategorie zu mogeln, findet der
erhoffte Zweikampf zwischen Jennifer Jason Leigh und Kate Winslet
nicht statt. Alicia Vikander hätte in dieser Kategorie viel eher für
Ex Machina nominiert werden sollten, ist aber dennoch Favoritin der
Academy.
Sollte gewinnen: Rooney Mara – Carol
Wird gewinnen: Alicia Vikander – The
Danish Girl
Nominierungen:
Mark Rylance – Bridge of Spies
Sylvester Stallone – Creed
Christian Bale – The Big Short
Mark Ruffalo – Spotlight
Tom Hardy – The Revenant
Sylvester Stallone wird wohl seinen
ersten Schauspieloscar erhalten. 38 Jahre nach dem ersten Rocky-Film
ist das auch absolut OK, seine Leistung war großartig. Mir gefiel
allerdings Mark Ruffalo besser. Eine absolute Schande ist die
Nominierung Christian Bales anstelle von Steve Carell. Seine
Performance machte The Big Short zu mehr als einer reinen Abrechnung
mit den Banken. Michael Keaton (Spotlight), O'Shea Jackson Jr.
(Straight outta Compton) oder Benicio Del Toro (Sicario) hätten auch ruhig nominiert werden dürfen,
Seth Rogen (Steve Jobs) sogar müssen.
Sollte gewinnen: Mark Ruffalo –
Spotlight
Wird gewinnen: Sylvester Stallone –
Creed
Beste Hauptdarstellerin
Nominierungen:
Brie Larson – Raum
Charlotte Rampling – 45 Years
Cate Blanchette – Carol
Jennifer Lawrence – Joy
Saisore Ronan – Brooklyn
Die einzigen zwei Damen, die Brie
Larson ernsthaft gefährlich hätten werden können, wurden in der
Nebendarstellerinnenkategorie verheitzt. Ohne Alicia Vikander (The
Danish Girl) und Rooney Mara (Carol) sollte Larson nichts zu fürchten
haben. Emily Blunt hätte für Sicario eine Nominierung verdient gehabt.
Sollte gewinnen: Brie Larson – Raum
Wird gewinnen: Brie Larson – Raum
Nominierungen:
Bryan Cranston – Trumbo
Eddie Redmayne – The Danish Girl
Leonardo DiCaprio – The Revenenant
Michael Fassbender – Steve Jobs
Matt Damon – Der Marsianer
Leo wird es dieses Jahr wohl machen.
Mir bleibt allerdings eine mehr als bittere Note hafte, da dieser
Gewinn nur auf die massive Kampagne für einen Oscartriumph DiCaprios
zurückzuführen sein wird. Seine Leistungen in Aviator oder The Wolf
of Wall Street waren kein bisschen weniger oscarreif. Doch die
körperlichen Entbehrungen beim Dreh von The Revenant, die nichts
über das Schauspiel an sich aussagen, werden die Academy wohl
weichklopfen. Wenigstens ist die Debatte dann vielleicht vorbei,
verdient hat DiCaprio den Preis generell in jedem Fall. Dass Tom
Hardy für Legend nicht einmal nominiert wurde, ist eine weitere
Schande.
Sollte gewinnen: Michael Fassbender –
Steve Jobs
Wird gewinnen: Leonardo DiCaprio –
The Revenant
Nomionierungen
Adam McKay – The Big Short
Alejandro Gonzales Innaritu – The
Revenant
Lenny Abrahamson – Raum
George Miller – Mad Max: Fury Road
Tom McCarthy – Spotlight
Für sein visionäres Filmemachen
sollte George Miller den Oscar erhalten. Seine Chancen stehen auch
nicht schlecht, dennoch denke ich, die Wähler haben sich auf
Innaritu eingeschossen. In seiner Ganzheit ist The Revenant als Werk
seines Regisseurs für diesen Preis auch richtig. Lenny Abrahamson
gönne ich die Nominierung von ganzem Herzen, ich hätte lediglich
lieber Ryan Coogler für Creed als Tom McCarthy auf der Liste
gesehen.
Sollte gewinnen: George Miller - Mad
Max: Fury Road
Wird gewinnen: Alejandro Gonzales
Innaritu – The Revenant
Nominierungen:
The Big Short
Brooklyn
The Revenant
Spotlight
Mad Max: Fury Road
Der Marsianer
Bridge of Spies
Raum
Für dem emotionalen Impact würde ich
den Preis jederzeit an Spotlight oder Raum geben. Die besten Visionen
wurden für mich in The Big Short und Mad Max: Fury Road umgesetzt.
Brooklyn, Der Marsianer und Bridge of Spies sind meiner Meinung nach
in dieser Liste fehl am Platz. Ex Machina, Creed und vor allem Steve
Jobs fehlen. Die Academy wird sich wahrscheinlich mit The Revenant
für den aufwändigsten und martialischsten Film entscheiden.
Technisch ist das in jedem Fall vertretbar. Mir gefällt nicht, dass
das Marketing des Films so gezielt auf die Oscars hinarbeitete. Es
gab definitiv schon bessere Filmjahrgänge, einen Totalausfall wird
allerdings auch niemand wählen.
Sollte gewinnen: The Big Short
Wird gewinnen: The Revenant
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